Pünktlich zu Weihnachten meldet es sich wieder
– das Heimweh.
Bisher, also bis vor meiner Afrikareise, hatte
ich nicht allzu viel mit Heimweh am Hut. Obwohl ich schon öfters ohne Mama oder
Papa unterwegs war, hatte ich nie das Gefühl, jemanden zu vermissen oder nach
Hause zu wollen – es war ja trotzdem immer jemand da, dem ich vertraut habe,
meine Oma, meine beste Freundin oder wer auch immer.
Hier, eine halbe Welt von sämtlichen
Vertrauenspersonen entfernt, sieht die Sache natürlich etwas anders aus. Vor
allem die erste Woche auf der Rinderfarm war hart. Sehr hart. Die ersten paar
Stunden, als ich völlig erschöpft vom Verabschieden und übermüdet vom Flug
meinen Koffer ausgepackt habe, hatte ich einen fetten Klos im Hals und mir sind
die Tränen einfach aus den Augen gelaufen, ich konnte absolut nichts dagegen
machen. Ich hab mich geschämt, weil ich mir so kindisch vorkam und außerdem war
ich ja erst 12 Stunden von meinem Zuhause weg. Diese Seite an mir kannte ich
eigentlich bisher nicht und trotzdem erwischte ich mich dabei, wie ich jeden
Abend einen Tag in meinem Kalender durchgestrichen und sehnsüchtig auf mein
Rückreisedatum geschaut habe. Nur noch 216 Tage. Nur noch 215 Tage. Oh Gott,
bis dahin werde ich eingegangen sein! Das erste kurze Telefonat mit Mama nach
meiner Ankunft war ein einziges Geheule – mitten in einem Restaurant, wo mich
alle irritiert angestarrt haben. Es hätte mir eigentlich peinlich sein sollen,
aber in dem Moment war mir das scheißegal, ich wollte zu Mama und mich von ihr
betüddeln lassen, wie eine Fünfjährige. Noch schlimmer wurde es, als ich mich
wenige Tage nach meiner Ankunft nach einem Gewitter erkältete und morgens mit
Fieber aufgewacht bin. Es war bisher der schlimmste Heimweh-Moment: Ich saß
völlig verschwitzt auf dem Bett und hatte die Nacht kaum geschlafen. Ich hatte
das Gefühl, als ob eine Art Panik in mir aufsteigt und mir wurde bewusst, wenn
ich jetzt nicht sofort nach Hause komme, raste ich aus. Aber ich hab mich
zusammengerissen. Durchgeatmet. Und seitdem habe ich mein Heimweh im Griff.
Natürlich denke ich jeden Tag an meine Lieblingsmenschen, aber mit einem
positiven Gefühl im Bauch, nicht mit der elenden Verzweiflung. So oft gibt es
Momente, in denen ich Papa gern was erzählen oder zeigen würde, oder mit meinem
besten Freund das Outfit der Frau da drüben äh... „besprechen“ würde. Dann
fällt mir ein, dass das ja gar nicht geht, aber das ist nicht schlimm. Das
große Heimweh habe ich wohl hoffentlich überstanden.
Jetzt über die Feiertage packt mich höchstens
die Melancholie und ich guck mir stundenlang alte Bilder an oder lese mir alte
Nachrichten auf meinem Handy durch. Und ab und zu kommen mir immer noch ein
paar Tränen, aber jeder Brief, jedes Telefonat, und jede kleine SMS gibt mir
Kraft und hilft mir, die Wochen und Monate bis zu meiner Rückkehr zu
überstehen. Ich bin auch davon überzeugt, dass mir der Abstand gut tut, denn
nie lernt man etwas so zu schätzen, als wenn man es mal für längere Zeit nicht
mehr haben kann. Ich bin so froh, dass ich so viele Menschen in meinem Umkreis
habe, die mich unterstützen, die immer für mich da sind, bei denen ich genau so
sein kann, wie ich bin, und die mich trotzdem lieb haben! Ich möchte euch
einfach mal Danke sagen. Erst jetzt merke ich langsam, wie wichtig und wie
schön es ist, solche Menschen zu haben. Und bevor ich jetzt schon wieder Pipi
in den Augen habe, hör ich lieber auf zu schreiben. Ich glaube ihr wisst, was
ich euch sagen will!
Ich wünsche euch allen wunderschöne
Weihnachten, genießt den Schnee, falls ihr welchen habt! Und habt nen guten
Start ins neue Jahr, ich werde in Gedanken bei euch sein.
Ganz viel Liebe,
Leni
Ps: Danke sagen möchte ich auch mal den
Menschen, die immer wieder meinen kleinen Blog besuchen und mich so
unterstützen! Die Arbeit macht mir so Spaß, vor allem, wenn ich weiß, dass sich
auch jemand für das, was ich so von mir gebe, interessiert! DANKE!
Lenii,
AntwortenLöschenJetzt hab ich auch mal gesehen wo man Kommentare schreiben kann�� hab dir ja versprochen, dass ich mal einen Kommentar da lass ��
Frohe Weihnachten �� und mach weiter so, weisch ja s leba isch koin Ponyhof.
Liebe Grüße aus Ennedach City
Jule
P.s. Schnee hats keinen ����
Juleeee, du bist ja sweet! Danke, dir und allen anderen zu Hause auch!
LöschenGanz liebe Gruesse!
Liebe Leni,
AntwortenLöschenAuch die gestresste Medizinstudentin schafft es ab und zu deinen Blog zu lesen! Und jedes mal ergreift mich wieder das Fernweh!! Ich find es echt toll wie ehrlich du deine Reise präsentierst. Weiter so! Deine Texte werden auch immer besser :) Zukunftspläne vielleicht nicht doch im Journalismus? ;)
Guten Rutsch und liebe Grüße,
Melissa